Kulturspaziergang: „So geht Landtag!“ – Besuch des Brandenburger Landtags

Im Rahmen unseres 9. Kulturspaziergangs der Akademie 2. Lebenshälfte am Mi., dem 04.02.2026 führte diesmal der Weg, dem Winterwetter trotzend, zum Brandenburger Landtag im Potsdamer Stadtschloss.

Nach dem Check-In-Procedere und freundlichen Empfang im modernen Foyer erhielten die TeilnehmerInnen zunächst einen Bericht über das Gebäude im geschichtlichen Kontext.

Eine Spende von 20 Millionen Euro der Hasso-Plattner-Förderstiftung ermöglichte die originalgetreue Rekonstruktion der Außenfassade des Landtagsgebäudes in Brandenburg nach historischem Vorbild des Potsdamer Stadtschlosses. Das Gelände des ehemaligen Schlosses gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten in Potsdam. Nachdem es an dieser Stelle verschiedene Festungen, Burgen und Schlossbauten gegeben hatte, ließ der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm zwischen 1664 und 1669 ein neues Schloss nach holländischem Vorbild erbauen. Ziel war eine möglichst genaue Wiederherstellung von Gliederung und Erscheinungsbild. Eine weitere Spende finanzierte 2011 die Dacheindeckung mit historischem Kupfer. Fassaden, Sandsteinelemente und architektonische Details wurden anhand alter Pläne und Fotos rekonstruiert und handwerklich bearbeitet.

Das Fortunaportal bildet den Haupteingang zum Landtag. Von oben konnte man gut die klare Architektur des Innenhofes mit seinen illusionistischen Pavillons des Künstlers Florian Dombois betrachten. Eindrucksvoll gab sich das Knobelsdorff-Treppenhaus, wo sich nun das Kunstwerk „Weißer Adler“ des Landtagsarchitekten Prof. Dr. Peter Kulka befindet. Dazu kamen seitens der TeilnehmerInnen Fragen und Anmerkungen zu einem Beschluss des Landtagspräsidiums vom März 2014. In dessen Folge war der „Weiße Adler“ damals aus dem Plenarsaal entfernt und durch eine künstlerische Darstellung des Brandenburger Landeswappens am Redepult ersetzt worden.

Der Landtag als Landesparlament (franz. „parler“ – reden) ist ein Ort der öffentlichen Debatte, der Rede und Gegenrede, der Auseinandersetzung und der Entscheidungsfindung. Darum bildet der Plenarsaal das bauliche Herzstück des Landtags. Er bietet derzeit Platz für 88 Abgeordnete und verfügt über eine Gästetribüne für 160 Besucherinnen und Besucher.

Die im Plenarsaal dominierenden Farben Weiß und Rot sind von den Landesfarben Brandenburgs abgeleitet. Durch eine Lichtkuppel in dem historischen mittleren Belvedere fällt gleichmäßig Tageslicht in den Plenarsaal.

Die halbrunde Anordnung der Sitze versinnbildlicht die Bedeutung der demokratischen Entscheidung, die aus der Mitte der versammelten Abgeordneten getroffen wird, so wie die Verfassung es vorsieht. An jedem Sitzplatz befindet sich eine Übersicht der Sitzordnung. Einige BesucherInnen ließen sich am Rednerpult fotografieren, ein besonderer Schnappschuss.

Aus der Gruppe heraus kamen u.a. Fragen zu den Aufgaben des Landtags. Es wurde erklärt, dass die Abgeordneten des Brandenburger Landtags von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt werden und die Interessen der Bevölkerung vertreten. Der Landtag wählt den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin, der oder die anschließend die Ministerinnen und Minister ernennt. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Beratung und Verabschiedung von Gesetzen, die Entscheidung über den Landeshaushalt sowie die Kontrolle der Landesregierung. Außerdem findet ein großer Teil der parlamentarischen Arbeit in den verschiedenen Fachausschüssen statt, in denen Gesetzesentwürfe intensiv vorbereitet werden.

Die Zuhörer wollten Genaueres wissen, wie eine Plenarsitzung abläuft, wie Debatten geführt und Abstimmungen erfolgen. Die Sitzungen sind in der Regel öffentlich und ermöglichen somit Transparenz und Beteiligung der Bevölkerung.

Der Besuch des Brandenburger Landtags war für unsere Gruppe sehr informativ, verbindend und bot die Möglichkeit, ein architektonisch beeindruckendes Gebäude und dessen Geschichte und heutige Funktion kennenzulernen. Die TeilnehmerInnen lernten politische Arbeit auf Landesebene aus nächster Nähe kennen und diskutierten, wie wichtig politische Beteiligung und demokratische Mitbestimmung sind.

Die Veranstaltung wurde von der Brandenburgischen Landeszentrale für Politische Bildung gefördert.

Fotos: H. Seegers und C. Stephan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert