Thomas Lobig lernten wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „TKS engagiert sich – Initiativen der Region tauschen sich aus“ kennen, bei der er an mehreren Themenabenden teilnahm. So erfuhren wir von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, Jugendliche u. a. bei der Spielentwicklung im Jugend- und Familienzentrum ClaB Stahnsdorf zu unterstützen.
Das interessierte uns, und so trafen wir uns gemeinsam im nun angehenden Frühling, um Näheres darüber zu erfahren. Thomas ist als studierter Diplom-Informatiker seit 2018 beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Senior Systemarchitekt beruflich an Lösungen für das autonome Fahren und die Mobilität der Zukunft beteiligt gewesen. Aktuell wechselt er in ein neues Umfeld der Sparte alternative Energien und fortschrittliche Batterieentwicklung. Direkt nach seinem Studium war er auch als Softwaretester und kurz in der Spieleentwicklung in Deutschland tätig.
Und eben letzteres bewegt ihn als Hobbyspieleentwickler in seiner Freizeit immer wieder. So bietet er seit Mai 2020 in seiner Freizeit an, interessierte Jugendliche mit seinem breiten Wissen dabei zu unterstützen, einen Zugang und Einstieg für verschiedenste Themen u. a. über die Spieleentwicklung zu finden.
Im Jugend- und Familienzentrum ClaB Stahnsdorf, getragen von der EJF (Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk), fand er mit Markus Grabia und den Jugendleiter*innen nicht nur offene Ohren, sondern auch mit dem vorhandenen Creative:LaB im JFZ „ClaB“ optimale Bedingungen. Es ist der ideale Raum, um mit jungen Menschen kreativ und innovativ mit Technologie, Gaming und Medien zu experimentieren. Ausgestattet mit modernster Technik wie 3D-Druckern, Lasercuttern, mikroelektronischen Bauteilen oder auch verschiedenen Drucktechniken (Sieb-/Transferdruck usw.) können hier gesellschaftsrelevante Themen wie Klimaschutz, digitale Freundschaften oder nachhaltige Innovationen praxisnah gelebt werden.
Darum geht es Thomas auch im JFZ ClaB. Für ihn ist der ClaB sozusagen ein „dritter Ort“, ein Treffpunkt für die nachbarschaftliche Gemeinschaft, der Ausgleich zu Familie und Beruf bieten soll.
In Kooperation mit „Jugend hackt“ entstehen hier spannende Projekte, die Making, Coding und ethisches Denken verbinden. Ob Prototypen für smarte Umweltsensoren, eigene Spieleentwicklungen oder kreative Medienproduktionen – Jugendliche werden zu Gestalter*innen ihrer digitalen Welt. Workshops, Hackathons und offene Labs fördern Teamwork, Partizipation und digitale Verantwortung.
So ist das Creative:LaB der perfekte Ort für junge Menschen ab 11 Jahren, die Technologie als Werkzeug für Veränderung nutzen und ihre Ideen verwirklichen möchten. Das Ganze in einer Atmosphäre, in der man gemeinsam Spaß hat und emanzipatorisches gegenseitiges Lernen möglich ist.
Entstanden sind so Workshops wie der „ECO-CLAB“, der Rahmen für ein Umweltspiel, bei dem Grafik, Sound und Texte für ein gemeinsames Spiel von 30 beteiligten Jugendlichen gemeinsam entwickelt wurden. Oder eine Projektwoche mit Jugendlichen des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums Anfang 2026 in Stahnsdorf. Hier entwickelten die Teilnehmer*innen anhand von drei Vorgaben (eine Person, ein Gewölbedurchgang und ein Schlüssel, der am Boden liegt) eine Story für ein Spiel und setzten 3D-Grafik, Sound sowie Menüs um. Gemeinsam mit Thomas, der sie in der Woche unterstützte, führten sie am Ende die Ergebnisse schließlich für eine Präsentation des „Vicco Rage Dash“ zusammen.
Da Thomas eine gute 40-Stunden-Woche arbeitet, sind solche Workshops ein Fall für seine Urlaubsplanung und eher die Ausnahme. Aktuell konzentriert er sich gemeinsam mit seinem Sohn Olli, der auch die Minecraft-Gruppe im ClaB organisiert, auf das alle 14 Tage am Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr stattfindende Treffen „Hobby Game Dev Hangout“. Hier bieten sie Einsteigerinnen und Einsteigern Tipps und Tricks mit freier, kostenloser Software, von der Gameengine Godot, über das 3D-Tool Blender bis hin zu 2D und Sound-Tools, oder Scratch für ganz einfache Programmierung. Und es ist eine Möglichkeit des Erfahrungsaustausches für erfahrene Spieleentwickler*innen sowie die Möglichkeit, gemeinsam an Projekten zu arbeiten.
Auch hier ist das Motto:
„In entspannter Atmosphäre gemeinsam Spaß haben und gegenseitig voneinander lernen.“




